Potzblitz – Achtung vor Überspannungsschäden
Nach dem eher verregneten August hoffen die Deutschen noch auf ein paar sonnige und warme Tage zum diesjährigen Sommerabschluss. Doch die Freude darüber kann schnell getrübt werden, wenn die warmen Temperaturen Donner und vor allem Blitz mit sich bringen. Letztgenannte führen häufig zu einer Überspannung im Stromnetz eines Hauses, die besonders für Haushaltsgeräte wie TV, Heimkino-Anlage, PC & Co. eine große Gefahr darstellt.
Steigen die Temperaturen, wächst auch die Gefahr heftiger Gewitter mit Blitz und Donner. An durchschnittlich bis zu dreißig Tagen im Jahr ziehen diese über Deutschland hinweg – etwa 2 Millionen Blitze schlagen dabei jährlich ein. Die durchschnittliche Schadenhöhe ist in den letzten Jahren merklich gestiegen, was an den immer hochwertigeren Elektrogeräten in den Haushalten liegt.
Mehrere tausend Volt Spannung
Vor allem Fernseher, Heimkino-Anlagen und Computer aber auch beispielsweise Kühl- und Gefrierschränke sowie die Steuerungen von Heizungsanlagen fallen Gewittern zum Opfer, wenn durch Blitzschlag Überspannungen von mehreren tausend Volt im Leitungssystem entstehen – etwa wenn ein Blitz in eine Freilandleitung in der Nähe des Hauses einschlägt. Die Folgen können äußerst ärgerlich sein, weil neben der dann beschädigten oder zerstörten Technik beispielsweise auf Computern auch alle dort gespeicherten Daten vernichtet werden können. Elektrische Geräte könnten darüber hinaus durch Überspannung sogar in Brand geraten. Was viele ebenfalls nicht wissen: Selbst wenn der Blitz in der Nachbarschaft einschlägt, kann er den eigenen Haushaltsgeräten gefährlich werden. Denn über Leitungen, Kabel und das Erdreich kann die Überspannung trotzdem auch das Stromnetz anderer Häuser erreichen und Schäden noch in mehreren hundert Metern Entfernung anrichten.
Wirksamer Schutz
Als wirksamen Schutz vor Überspannungsschäden empfiehlt sich eine Kombination verschiedener Schutzsysteme. Neben einem klassischen Blitzableiter, der bei einem direkten Einschlag vor Schäden an der Gebäudesubstanz schützt, sollte vor allem für einen guten inneren Überspannungsschutz gesorgt sein, der aus drei Komponenten besteht: einem Blitzstromableiter, einer Überspannungsschutzeinrichtung im Stromverteilerkreis und einem Endgeräteschutz. Mit der Installation sollte unbedingt ein Fachmann beauftragt werden, der den Überspannungsschutz an die bereits vorhandene Elektroinstallation des Hauses anpasst.
Richtiges Verhalten im Schadensfall
Und wenn es trotz rechtzeitiger Unwetterwarnung doch zu einem Schaden kommt? Schlägt ein Blitz direkt ins Gebäude ein, also beispielsweise ins Dach oder in den Kamin, kommt die Wohngebäudeversicherung für den Schaden auf. Überspannungsschäden hingegen müssen sowohl in der Wohngebäude- als auch Hausratpolice per besonderer Klausel ausdrücklich mit eingeschlossen werden. Meist wird im Vertrag für diese zudem eine Höchstentschädigung vereinbart. In einem Schadensfall sollte man sich unverzüglich mit seinem Versicherer in Verbindung setzen um das weitere Vorgehen zu klären – etwa ob sich vor einer Reparatur zuerst ein Sachverständiger den Schaden anschauen muss. Außerdem sollten möglichst Fotos oder ein Video – beispielsweise mit dem Handy – vom Schaden gemacht werden, um diesen für die Versicherung möglichst nachvollziehbar zu dokumentieren.
Weitere Informationen zum Thema Überspannung oder Schadensmeldungen finden Sie beispielsweise bei der Sparkassenversicherung

