Wenn man einmal in ein Wespennest gestochert hat, dann fliegen schnell noch weitere Wespen in die Höhe. „Gestochert“ haben wir mit unserer rein zufällig aufgegriffenen Story vom Alptraumhotel Stühlingen und der von der Künstlichen Intelligenz gelieferten „Geisterstadt Stühlingen“ nun wirklich nicht – allein aus „Alptraumhotel Stühlingen“ hätte man aufgrund diverser lokaler Possen noch 3-5 weitere lustige Geschichten machen können, aber wer will das schon…

Dennoch: Orte mit langer Geschichte und einer engen Zweckbestimmtheit scheinen nach deren Ausmusterung prädestiniert, um entweder zur legendären Geisterstadt zu werden oder aber mit neuen Aufladungen zu einer neuen Legende zu werden.

Oft trifft es dabei Gebäude, die einst als Klinik oder Genesungsheim erbaut wurden und nun, nachdem sie unrentabel oder schlicht und ergreifend nicht mehr den geforderten Standards entsprechen, leer stehen.

Um solche, meist schön gelegenen, Immobilien zu revitalisieren braucht es in der Regel mehrere Faktoren: Fachwissen und ein durchdachtes Konzept, Hand in Hand arbeitende Verantwortliche und meist viel Geld, das häufig von Investorengruppen erbracht wird.

Nicht immer sind solche Großprojekte von Erfolg gekrönt, wie man zwei Beispielen erkennen kann: die Charlottenhöhe und die Bühlerhöhe.

Die Charlottenhöhe wurde ursprünglich im Jahr 1907 im Auftrag der Baronin Charlotte zu Baden-Württemberg als Sanatorium für Tuberkulosekranke erbaut und wurde für diesen Zweck bis 1989 betrieben. Danach ging das Gebäude an das Berufsförderungswerk Schömberg über. Ein Privatinvestor kaufte 1997 die Charlottenhöhe, wobei ihm bei der Renovierung das Geld ausging. Seit 2002 steht das Gebäude unter Denkmalschutz und leer, weitergehende Nutzungspläne: Fehlanzeige.

Ähnlich ging es in den letzten Jahren der Bühlerhöhe, einem ursprünglich ebenfalls als Offiziersgenesungsheim geplantes Gebäude aus der Zeit des ersten Weltkrieges, was als solches nie genutzt wurde sondern erst als Kurhaus und später als Hotel.

In den letzten Jahren machte das 5 Sterne Luxushotel, das zum Schluss von der NH Gruppe geführt wurde, Schlagzeilen. Auch Gäste bemerkten den Sanierungsstau und der Stern des Hauses verblasste zunehmend. Ein Verkauf an einen Ukrainischen Investor scheiterte, das Insolvenzverfahren im Jahr 2013 machte nun den Weg frei für ein neues Konzept, was hoffentlich zu einem guten Ende findet.

 

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