Die Eröffnung des Milaneo war ein voller Erfolg. Über 130.000 Besucher strömten am 9. Oktober in das neue Shopping Center und am Samstag waren es sogar 160.000 Menschen im Milaneo . Die Presse jubelt, soweit jedenfalls, wie eine schwäbische Presse das tun kann (der Schwabe lebt ja sonst unter dem Motto „nichts gesagt ist genug gelobt“). Wenn also jetzt die Rede von einer neuen Dimension ist, dann grenzt das an noch nie da gewesene Euphorie.

Im selben Moment jedoch kommt der Schwäbische Pietismus wieder hoch, der Oberbürgermeister erhebt mahnend den Zeigefinger und die S21-Krieger unken das Gerber tot (eigentlich die ganze Stadt, aber das wird an dieser Stelle nicht vertieft).

Ein Blick auf die Kaufkraftkarte (siehe weiter oben) verdeutlicht, dass sich Stuttgart durchaus weitere Publikumsmagnete leisten könnte, der Weg zur Großstadt wäre mit einer architektonischen Glanzleistung wie dem Milaneo geebnet. Aber: Die Unkenrufer reden nicht nur das Gerber, sondern auch den restlichen Einzelhandel tot (und das, obwohl es deutliche Gegenbeispiele wie das #muhlaneo gibt. An dieser Stelle jedoch tritt eine neue, ungeheuerliche  Nachricht auf den Plan: Ein Online Händler (das sind die, die den Einzelhandel töten), wird selber Einzelhändler und eröffnet einen Shop in New York…

Verkehrte Welt: Der Online Shop betritt den Boden des realen Lebens. Wenn man aber genauer hinsieht, dann stellt man fest, dass es hierfür zahlreiche Beispiele gibt. Im Milaneo beispielsweise trifft man auf den Online Anbieter mymüsli (den trifft man in der Fußgängerzone übrigens auch). Und wenn wir jetzt noch mit Shopwings anfangen würden, wäre die Verwirrung komplett…

Zurück zum Ausgangsproblem: Auch Jochen Schweizer, der Media Markt, Intersport und viele andere haben erkannt, dass die Nähe zum Kunden nicht unbedingt von Nachteil ist. Der Verbraucher von heute lebt in einer Matrix, die aus Offline und Online Elementen besteht…

1 KOMMENTAR

  1. Ich finde das eigentlich ziemlich spannend zu sehen! Beruihgend ist es doch, dass der Trend nicht komplett nur zum vereinsamten Sitzen vor dem Computer im dunklen Zimmer zu Hause geht! Menschen bleiben eben doch meist gesellige Wesen, die sich auch gern mit ihrem Gegenüber auseinandersetzen! Immerhin läuft eine Beratung die von Mensch zu Mensch noch auf ganz anderen Ebenen, als bloßes durchlesen von nüchternen Fakten die Online angepriesen werden!
    Ich nutze es gern mir Sachen in Läden anzusehen und dann im Zweifel nochmal drüber nachzudenken, um sie dann , manchmal auch viel billiger, beim Händler zu bestellen. Für uns Kunden hat das ganze doch nur Vorteil! In diesem Sinne mach ich mal weiter mit meinem gerade begonnen Onlineshopping dort gibt’s nämlich momentan mal wieder die ganzen Marken zu super Preisen 😉

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