Auf die Frage „wo wächst Gemüse?“, wäre die Antwort „auf einem Hochhaus“ nicht unbedingt die, die man kopfnickend bejahen würde. Dabei ist sie sogar richtig: Gemüse kann (und soll sogar) auf Hochhäusern wachsen. Das zeigt das Konzept des Vertical Farming, das vor allem durch den US-amerikanischen Wissenschaftler Dickson Despommier populär wurde.

Der Anbau von Salat, Gemüse und Obst wird dabei vom Boden in die Höhe und auf mehrere Etagen gleichzeitig verlagert. Klarer Vorteil: So kann auf einer relativ kleinen Grundfläche ein Vielfaches von dem angebaut werden, was auf einem herkömmlichen Feld möglich wäre. Die Idee sind sogenannte Farmscraper (wie der Entwurf von Vincent Callebaut oben zeigt), also Hochhäuser konzipiert als Gewächshaus.

Entwickelt wurde die Idee daher für Großstädte: sie sind dicht besiedelt und importieren – grob geschätzt – 90 Prozent aller Lebensmittel. Die Folge sind lange Transportwege zu Lasten der Umwelt (und vermutlich auch zu Lasten der Frische und Qualität der Lebensmittel).

Problematisch: 2050 sollen etwa 80% der Weltbevölkerung in urbanen Zentren leben. Da die Weltbevölkerung zunehmend wächst, wird auch der Hunger dementsprechend größer, die verfügbaren Ressourcen gleichzeitig aber immer weniger. Während Wachstum bis zum Kollaps das erklärte Ziel von Wirtschaft und Politik zu sein scheint, braucht es jedoch nachhaltige und vor allem durchdachte Konzepte, die dem steigenden Bedarf an frischen Lebensmitteln gerecht werden.

Vertical Farming scheint diesbezüglich eine echte Alternative zu sein – moderne Agrikultur der Zukunft.

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