Im letzten Jahr haben wir für verschiedene Aktionen eine perfekte Mieterin gesucht. Sie sollte tätowiert und gepierced sein und Lust auf eine eigene Kolumne hier im Immobilienmagazin haben. Es hatten sich extrem viele Inked Girls gemeldet, aber zum Shooten kamen dann doch doch nur einige wenige. Dumm dass eine davon nicht schreiben wollte und die anderen dann ihre Leidenschaft für unser neues Musikmagazin  entdeckt haben…

Bevor wir aber demnächst erneut auf die Suche nach Inked Girls gehen, machen wir mit Anna einen weiteren Streifzug durch Essen (Margarethenhöhe war schon echt Klasse). Diesmal zieht es uns zu Lost Places. NEIN, nicht in den Stuttgarter Hafen

Wir fahren in eine noble Villengegend in Essen und gehen in eine verlassene alte Villa aus den 70er Jahren. Im im Erdgeschoss befindet sich neben einem großen Wohnzimmer das verlassene Arbeitszimmer des Hausherrn. Wahrscheinlich war es auch das Herrenzimmer, in dem der Gastgeber nach dem Dinner mit seinen männlichen (Geschäfts-) Freunden eine Zigarre und einen Cognac zu sich nahm und ganz wichtige Dinge beredete…

Lost Places

Im Wohnzimmer steht eine Couch auf dem Wohnzimmertisch. Die nächtlichen Parties, die hier gefeiert wurden, waren offensichtlich richtig gut…

Lost Places

Im ersten Stock befinden sich dann die Privaträume. Ein kleines Kinderzimmer, eine winzige Toilette (nichts für Menschen mit Platzangst) und ein ebenso winziges Bad (in dem sich unsere perfekte Mieterin sofort wohlgefühlt hat). Wer baut sich für eine Millionen DM – oder wahrscheinlich sogar mehr – so enge Räume?

Lost Places

Die Weite und die Großzügigkeit, die das Erdgeschoss ausgestrahlt hat, wird in engen Fluren und Zimmern wieder verschluckt. Die Privatheit der damaligen Zeit? Schmale Wehrgänge, die Sicherheit und Geborgenheit suggerieren sollten? Oder ist einfach nur das Geld für eine weitere Etage ausgegangen?

Lost Places

Ein Blick aus dem Fenster sagt, dass dieses Anwesen schon bessere Zeiten gesehen hat. Damals, als Mutti noch den Garten pflegte, damit das Einzelkind aus dem zu kleinen Kinderzimmer wenigsten ein wenig Auslauf hatte.

Lost Places

Am Ende des Flurs wartet dann das elterliche Schlafzimmer auf den Lost Places Besucher. Die Möbel im Stil des Gelsenkirchener Barocks (was so gar nicht zur Weltoffenheit passt, die im Erdgeschoss ausgestrahlt werden sollte). Irgendeiner der zahlreichen Party People, die hier ein uns aus gingen hat die Kleiderschränke ausgeräumt und ein Stillleben auf dem Tisch arrangiert, mit dem wir uns verabschieden und uns still vor den ehemaligen Besitzern verneigen, uns für deren Gastfreundschaft bedanken und weiterziehen…

 

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